Trauer um Herbert

Erstellt von Christine Saalfeld |

Unser lieber Herbert Trautvetter,

Gründer des Landesverband Thüringen, langjähriger Vorsitzender und Ehrenmitglied in der DVMB, machte die ehrenamtliche Arbeit mit voller Inbrunst und mit Herzblut und für diese Leistung auf das Erreichte, können wir nur unseren Hut ziehen und DANKE sagen !

Er ist am 12.September 2019 nach einem harten und schweren Kampf gegen den Krebs im Alter von 80 Jahren seinem Leiden erlegen.  

Er gab nie auf, war immer da, wenn man ihn brauchte, gab Hinweise, aber kritisierte auch, um daraus etwas Positives zu erreichen.

An der ergreifenden Trauerfeier haben Vertreter vom Landesverband, der LV Sachsen mit seinem Vorsitzenden Karsten Lorenz, zahlreiche Mitglieder aus den Gruppen und der Vorsitzende vom Bundesverband  Herr Peter Hippe teilgenommen.

Die Lieder "Gefangenenchor",

"Ewigkeit von den Toten Hosen" Text siehe unten und

"Amazing Grace" wurden gespielt.

Für Kondolenzbekundungen oder Geldzuwendungen an die Hinterbliebenen wenden Sie sich bitte an den Webmaster.

Diese werden gerne weitergeleitet.  

Trauerrede zu Herbert Trautvetters Beerdigung

Liebe Ruth, liebe Angehörige, verehrte Trauergemeinschaft,

ich möchte meiner Würdigung von Herbert die vier Zeilen der Sterbeanzeige voranstellen:

  • Er ist immer für alle da gewesen,
  • Er hat immer das Beste gewollt,
  • Er hat  immer das Beste gegeben,
  • Wir haben das Beste verloren.

Und ich will dem noch einen fünften Satz hinzufügen:

  • immer in dankbarem Gedenken an ihn!

So steht es auf unserer Gesteck Schleife geschrieben.

Wer sind wir?

Wir sind eine Selbsthilfevereinigung von Rheumakranken, der Krankheit Morbus Bechterew, die meistens mit einer allmählichen Versteifung der Wirbelsäulenknochen und damit Schmerzen und anderen Nebenwirkungen verbunden ist.

Diese Krankheit hat Herbert schon in jungen Jahren befallen und er hat von Anfang an den Kampf gegen sie aufgenommen. Nicht allein, nein, immer offensiv gemeinsam mit anderen Menschen, mitleidenden Patienten, Ärzten, Physiotherapeuten, Freunden, Verwandten und nicht zuletzt mit seiner lieben Ehefrau Ruth.

Sie war sozusagen sein Geländer und sein Gegenpol, manchmal auch seine mahnende Bremse.

Ich hatte dank unserer gemeinsamen Krankheit - das ist wohl einer der wenigen Fälle, wo man einer Krankheit einmal etwas Positives abgewinnen kann - die Gelegenheit, ihn 1997 kennenzulernen.

Das ist jetzt über 22 Jahre her.

Nachdem das stürmische Fahrwasser der Wendezeit sich etwas geglättet hatte, sprach mich ein Freund aus Jena aufgrund meiner Mitarbeit in der Jenaer Bechterew-Gruppenleitung an, ob ich nicht im Vorstand des Landesverbandes Thüringen der Deutschen Vereinigung Morbus Bechterew ehrenamtlich mitarbeiten könnte und wollte.

Ich sagte zu und wurde zunächst als Schriftführer in den Vorstand der „Deutsche Vereinigung Morbus Bechterew, Landesverband Thüringen e.V.“ gewählt, wo ich auf Herbert traf, der diesen Landesverband maßgeblich mitbegründet, gelenkt und geprägt hat.

Ich muss sagen, ich habe selten jemanden kennengelernt, der eine solche Fähigkeit hatte, mit Menschen umzugehen, sei es im Alltagsgeschäft der Vorstandsarbeit, wo oft kleinliche, ürokratische Tagesaufgaben zu bewältigen sind, sei es bei der Motivation von Mitgliedern und Gruppen, sei es beim Feiern von Jubiläen und mit Jubilaren, sei es bei den  Gruppenschnupperkurreisen in Bad Gastein in Österreich, dem Eldorado für unsere kranken Knochen aber auch bei der Schlichtung und Bewältigung von Streitereien und Krisen, die zwischen Menschen ja nun leider nicht ausbleiben.

Seit der Gründung unserer Vereinigung 1991 war Herbert zunächst für zwei Jahre als Schriftführer tätig und von 1993 bis 2005 fast ununterbrochen Vorstandsvorsitzender. Daneben war er immer in seiner örtlichen Gruppe Eisenach aktiv. Auch nach seinem Ausscheiden aus dem Vorstand war er weiterhin als unser Alterspräsident und Berater für den Landesverband Thüringen in ständiger Bewegung, bis in dieses Jahr hinein, seinem letzten.

Aber sein Blick und sein Wirken gingen weit über unseren Thüringer Landesgrenzen hinaus. Herbert hat stets wichtige Impulse in die Arbeit der gesamten DVMB eingebracht. Seine Stimme hatte Gewicht. Er genoss großes Ansehen auch auf Bundesebene unserer Vereinigung.

Dafür wurde er schon im Jahre 2011 mit der Ehrenmitgliedschaft unseres Bundesverbandes geehrt, unserer höchsten Auszeichnung. Diese Ehre wurde bisher weniger als zehn Mitgliedern in der Bundesrepublik zuteil. Dies sei hier noch einmal erwähnt, um aufzuzeigen, welche Bedeutung sein Wirken von Thal aus für unsere gesamte Selbsthilfevereinigung bundesweit hatte.

Herberts Tod reist eine große, tiefe Lücke in unserer gesamten Vereinigung auf. Wir, über 500 Thüringer Mitglieder des DVMB Landesverbandes werden es schwer haben,sein Vermächtnis weiterzuführen. Ich als nun schon älterer Weggefährte Herberts appelliere deshalb hier noch einmal an die jüngere Nachfolgegeneration unserer Vereinigung:

  • Seid immer offen für alle Patienten und Interessenten da!
  • Wollt und gebt immer Euer Bestes!

Wir haben einen unserer Besten, unseren Herbert Trautvetter, verloren.

Seiner werden wir in Thüringen und darüber hinaus in der gesamten Deutschen Vereinigung Morbus Bechterew immer in Dankbarkeit gedenken.

Lieber Herbert, die DVMB verneigt sich vor Dir. Wir müssen den gemeinsamen Weg jetzt leider ohne Dich weitergehen.

                                          - Wir danken Dir! -

Thal, 28.09.2019

Lutz Jerke

Ewigkeit

Text der Toten Hosen

Du merkst nicht, wie die Tage vergehen
Auch wenn es so scheint, sie bleiben nicht stehen
Sie tropfen stetig vor sich hin, wie ein Wasserhahn, der undicht ist
Wenn du nachts hellwach in deinem Bett liegst, hörst du, wie es leise tickt
Es ist 'ne Uhr in dir, sie läuft nur für dich
Sie erinnert dich dran, wie spät es ist

Jeden Tag stirbt ein Teil von dir
Jeden Tag schwindet deine Zeit
Jeden Tag ein Tag, den du verlierst
Nichts bleibt für die Ewigkeit

Jeder Atemzug kostet dich Sekunden
Wie viel Minuten kriegst du für dein Geld?
Los, wir schenken uns gegenseitig ein paar Stunden, schmeißen Jahre von uns weg
Von gestern und für morgen leben, niemals für das Hier und Jetzt
Du merkst, während du an deinen Plänen sitzt
Wie das Leben an dir vorüberzieht

Jeden Tag stirbt ein Teil von dir
Jeden Tag schwindet deine Zeit
Jeden Tag ein Tag, den du verlierst
Nichts bleibt für die Ewigkeit

Nichts bleibt für die Ewigkeit

Jeden Tag stirbt ein Teil von dir
Jeden Tag schwindet deine Zeit
Jeden Tag ein Tag, den du verlierst
Nichts bleibt für die Ewigkeit (Ewigkeit)

Jeden Tag stirbt ein Teil von dir (Ewigkeit)
Jeden Tag schwindet deine Zeit (Ewigkeit)
Jeden Tag ein Tag, den du verlierst (Ewigkeit)
Nichts bleibt für die Ewigkeit (Ewigkeit)

Nichts bleibt für die Ewigkeit (Ewigkeit)
Nichts bleibt für die Ewigkeit (Ewigkeit)

Quelle: LyricFind

Songwriter: Andreas Frege / Andreas Holst Von / Hanns Mueller

Songtext von Nichts bleibt für die Ewigkeit © BMG Rights Management

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In der Kirche
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Auf dem Friedhof
Eröffnungsmusik zur Trauerfeier
Zum Abschluss der Trauerfeier wurde dieses Lied gespielt