Der Harzer Hexenstieg- eine neue Herausforderung

Nachdem wir in den letzten Jahren den Rennsteig in mehreren Etappen bewältigt hatten, tauchte natürlich beim Mittagessen in Lichtenberg die Frage auf, was machen wir denn als Nächstes?

Ein neues Ziel war rasch gefunden- der Harz.

Über das wann, wie und wo sollte sich unser „treibender Keil“ Thomas Walter Gedanken machen. Natürlich färben solche Fleißarbeiten auch auf den Ehepartner ab, seine Gudrun hält sich aber immer diskret im Hintergrund.

Wie zu erwarten, Thomas hatte sich für uns wieder ein besonderes „Schmankerl“ herausgesucht- den Harzer Hexenstieg.

Wie sicher auch die meisten unserer Wanderfreunde wurde ich nicht durch übermäßiges Fachwissen geplagt und ließ mich gern überraschen.

Stattfinden sollte unser „Harzangriff“ vom 28. bis 30. September, das Basislager war in Sülzhayn angemietet.

Ein paar Worte zum Hexenstieg:

  • Start: Osterode
  • Ziel: Thale Hauptroute: ca. 97 km über den Brocken Brockenumgehung ca. 110 km Dabei sind ca. 1900 Höhenmeter zu bewältigen, die Etappenlängen sind frei wählbar.

Am Freitag, dem 28. haben wir uns also in Sülzhayn im Hotel „Villa Südharz“, drei Sterne Superior, getroffen und wurden beim „Abendessen“ über die beiden folgenden Tage informiert.

Zu den Gänsefüßchen gibt es am Schluß noch Informationen. Wir sind ja alle toll in Form und beginnen am Samstag gleich mit der Königsetappe, der Besteigung des Brockens.

Am Sonntag ist dann die Etappe vom Torfhaus über Altenau (Mittagessen) entlang des Dammgrabens bis zum Parkplatz an seinem Ende mehr oder weniger zur Erholung vorgesehen.

Sülzhayn liegt nun leider nicht in unmittelbarer Nachbarschaft des Brockens, es muß also ein recht langer Anfahrtsweg in Kauf genommen werden.

Thomas hatte, wie meist, auch wieder Traumwetter bestellt und unserem Aufstieg stand vom Parkplatz Oderbrück über Kaiserweg und alten Kolonnenweg nichts mehr im Wege.

Acht „Hexen“ und zwölf „Teufelskerle“ nahmen das neue Unternehmen „Hexenstieg“ in Angriff. Am beschwerlichsten ist wohl der letzte Kilometer auf einer Asphaltstraße. Aber auch das wurde geschafft, und wir erreichten nach ca. 400 Höhenmetern und knapp 8 km Wanderung den 1142m hohen Gipfel. Bei ungefähr 300 Nebeltagen im Jahr auf dem Brocken hatten wir den Genuss einer guten Fernsicht. Für den Verfasser war das bei seiner vierten Brockenbesteigung das erste Mal.

Nach einer ausgiebigen Mittagspause ging es wieder bergab. Hier erwies sich der Plattenbelag des ehemaligen Kolonnenweges als echter Stimmungskiller, auf Waldwegen läuft es sich eindeutig besser.

Der zweite Wandertag begann, wie bereits angedeutet, am Torfhaus und sollte über den Hexenstieg nach Altenau führen.
Im Frühjahr hatte jedoch Sturm „Friederike“ im Harz große Schäden angerichtet und der Hexenstieg war bis Altenau nicht begehbar, es gab aber eine Umleitung. Diese war natürlich länger und schlechter begehbar und führte über die Klippen der Wolfswarte.

Es wäre uns ohne Umleitung aber ein traumhafter Ausblick über den Harz entgangen. Einen Nachteil hatte es dann doch noch. Unser Mittagessen war für ca. 13.00 Uhr in Altenau vorgesehen, gegen 14.30 erreichten wir aber erst die Gaststätte.

Thomas hatte mehrfach dort angerufen und unser verspätetes Kommen angekündigt, man brachte auch dafür Verständnis auf und konnte mit einem guten „Nachmittagsessen“ unsere Lebensgeister wieder aktivieren.

Gegen 16.00 Uhr nahmen wir dann unseren letzten Etappenabschnitt in Angriff. Über ca. sechs Kilometer konnten wir auf fast geradem Weg ein ingenieurtechnisches Denkmal bewundern, den Dammgraben.

Dieser wurde in den Jahren 1732 bis 1827 über ca. 15 km Länge errichtet und ist Bestandteil des Oberharzer Wasserregals und damit auch Bestandteil des Unesco- Weltkulturerbes. Er diente zur Entwässerung der Erzgruben und gleichzeitig zur Energiegewinnung für Pumpen und Pochwerke mittels Wasserrädern.

Gegen 18.00 Uhr erreichten wir dann doch ziemlich müde und erschöpft den Parkplatz, auf dem die Autos standen, die uns dann wieder zum Torfhaus bzw. nach Hause bringen sollten.

Abschließend noch ein paar oben versprochene Worte zu den Gänsefüßchen. Ich zitiere hier aus dem Internetauftritt des Hotels:

“Kein Genuss ist vorübergehend, denn der Eindruck, den er zurücklässt, ist bleibend (Goethe). Getreu diesem Motto verwöhnt Sie unser aufmerksames Küchen und Restaurantteam mit allerlei kulinarischen Genüssen unserer Halbpension.“

Ende des Zitats. Die finanzielle Komponente ist hier sicher komplett ausgereizt, die gastronomische Komponente hat aber noch viel Entwicklungspotenzial.

Ich kann unserm Dichterfürsten nur zustimmen, daher ist die Gefahr Wiederholungstäter in diesem Hotel zu werden für mich doch sehr gering.

Jörg Mentzel

10.06.2018

Planung

28.09.2018-30.09.2018

Nachdem wir in den vergangenen Jahren erfolgreich den „Rennsteig“ bezwungen haben, wollen wir uns in den kommenden Jahren dem „Harzer Hexen-Stieg“ zuwenden.

Der Harzer Hexen-Stieg überquert den Harz von West nach Ost (oder umgekehrt) von Thale nach Osterode und führt über die Orte

  • Treseburg,
  • Altenbrak,
  • Rübeland,
  • Königshütte,
  • Schierke,
  • Torfhaus und
  • Altenau.

Er ist circa 95 Km lang.

Übernachtungen haben wir im

Ferienhotel Südharz in Sülzhayn, Kreis Ellrich reserviert.

Die Zimmer stehen am Freitag ab 15 Uhr zur Verfügung.

Für alle Wanderfreunde, die sich bis zum 2.6.2018 angemeldet haben, sind die Zimmer bestellt. Eventuelle Abmeldungen sind von jedem Teilnehmer selbst vorzunehmen.

Unsere erste Etappe führt uns in diesem Jahr von Torfhaus zum Brocken und zurück nach Torfhaus (15 Km).

Wir wandern auf der Route, die Goethe bei seiner Brockenbesteigung im Jahre 1777 nutzte.

Die Strecke zum Brocken ist 7,5 Km lang. 339 Höhenmeter sind zu ersteigen. Da die Etappe recht kurz ist, sollten wir trotz der Höhenmeter keine größeren Probleme bekommen.

Auf dem Brocken gibt es einige Lokale, wo wir unsere Mittagsrast einlegen können.

Unsere zweite Etappe führt uns von Torfhaus über den Geheimrats-platz, den Nabentaler Wasserfall, den Förster Ludwig-Platz nach Kunstberg-Altenau.

Die Strecke ist circa 6 Km lang und führt von 770 Höhenmetern (Torfhaus) herunter auf 600 Höhenmeter (Altenau).

In Altenau ist unsere Mittagsrast geplant.

Wir beraten noch mit unseren Harzer Wanderfreunden, ob wir unsere Autos für die Heimfahrt in Altenau stationieren oder ob wir zurück nach Torfhaus wandern und von dort die Heimreise antreten.

Ich freue mich auf unser Wiedersehen im September,

Thomas Walter

Informationen im Link

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