23.06.2017

Zeitungsbericht in der TA-Mühlhausen

Mühlhäuserin führt Thüringer Bechterew-Liga

Christine Saalfeld ist Vorsitzende des Landesverbandes der Deutschen Vereinigung Morbus Bechterew und will mehr Beratungsangebote schaffen

Christine Saalfeld und Klaus Siebenbrodt stehen an der Spitze des Landesverbandes der Deutschen Vereinigung Morbus Bechterew.

Die Mühlhäuserin Christine Saalfeld (57) steht seit wenigen Wochen an der Spitze der Thüringer Bechterew-Liga.

„Sowohl bei uns in der Stadt als auch insgesamt in Thüringen sind wir zu unbekannt. Das zu ändern, das haben wir uns als Erstes auf die Fahnen geschrieben“,

meint Saalfelds Stellvertreter, der Sömmerdaer Klaus Siebenbrodt (63).
Er war – vor seinem Umzug nach Thüringen – lange Jahre in Sachsen-Anhalt der Landesvorsitzende. Viel habe dort die Zusammenarbeit mit den Ärzten gebracht.

„Das müssen wir auch in Thüringen verstärken.“

550 Mitglieder hat der Landesverband. Das ist offensichtlich nur ein Bruchteil der Erkrankten. „Man geht davon aus, dass bundesweit 1,9 Prozent der Menschen an Bechterew erkrankt sind“, sagt Saalfeld. Auf Mühlhausen übertragen, hieße das knapp 700 Menschen.

In der Gruppe, die Funktionssport betreibt, seien aber nur etwa 35 Menschen. Und: „Bei uns in Mühlhausen gibt es nur das Sportangebot, aber es braucht auch Begegnung, Beratung und Austausch“, sagt die 57-Jährige.

Wer stark unter dieser Autoimmunerkrankung leidet, der tendiere dazu, sich nach und nach zurückzuziehen. Meist treten erste Bechterew-Symptome zwischen dem 15. und dem 30. Lebensjahr auf. Diagnostiziert wird die Krankheit allerdings meist erst viel später, bei Saalfeld im Alter von 44.

„Ich habe mich anfangs auch eingeigelt. Der Kontakt jetzt, innerhalb des Thüringer Verbandes und mit den anderen Landesverbänden, der tut gut“, sagt die Mühlhäuserin. Ziel sei es, in ihrer Heimatstadt – zu der einen bestehenden – weitere Gruppen aufzubauen.

In Sömmerda, so weiß Siebenbrodt, gebe es noch nicht mal eine.

„Und unsere Bechterew-Kranken sind auch nicht in Erfurt oder anderswo organisiert. Denen fehlt der Kontakt komplett.“

Angesprochen, bei den Bechterewlern mitzumachen, seien auch all die, die an einer anderen rheumatischen Erkrankung leiden. Unsere Gymnastik tut zum Beispiel auch Osteoporosekranken gut.“

Claudia Bachmann / 23.06.17 / TA

Bericht aus der Thüringer Allgemeinen vom 23.6.2017 "PDF"